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Der ökologische Landbau in seiner heutigen
Form hat seinen Ursprung im Jahr 1924, als Dr. Rudolf Steiner
die biologisch-dynamische
Wirtschaftsweise begründete. Die Lehre Steiners,
die so genannte Anthroposophie, basiert auf einer umfassenden
Einsicht in die Natur. Die Anthroposophie beruht vorwiegend
auf der Geisteswissenschaft und betrachtet die Natur als Organismus,
der nichtmateriellen Einflüssen
ausgesetzt ist. Das sind kosmische Rhythmen oder bestimmte biologisch-dynamische
Präparate z.B. aus Heilkräutern oder Quarz, die in
kleinsten Mengen eingesetzt werden und die das Bodenleben und
die Gesundheit der Pflanzen fördern. Aus dieser anthroposophischen
Sicht der Natur entwickelte sich der Anbauverband Demeter.
Nach dem zweiten Weltkrieg entstand in der Schweiz
der organisch-biologische
Anbau, der auf Dr. Hans Müller zurückgeht.
Diese Methode, die besonderen Wert auf die Bewahrung und Förderung
der Bodenfruchtbarkeit legt, wurde in den sechziger Jahren wissenschaftlich
fundiert. Produkte nach dieser Anbaumethode werden heute unter
der Kennzeichnung Bioland verkauft.
Parallel dazu schlossen sich schon frühzeitig gleichgesinnte Landwirte
zu Verbänden zusammen und legten die Grundregeln ihrer Wirtschaftsweise
in Richtlinien fest. Heute gibt es in der Bundesrepublik insgesamt acht Verbände
des ökologischen Landbaus, die alle Mitglieder im „Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft“ (BÖLW) sind.
1991 wurde von der Europäischen Gemeinschaft
die EG-Öko-Verordnung
verabschiedet, die Erzeugung, Herstellung und Kennzeichnung
von Öko-Lebensmitteln einheitlich regelt. Seit dem Jahr
2000 fallen darunter auch Lebensmittel tierischen Ursprungs. Im September
2001 folgte ein einheitliches deutsches Bio-Siegel
auf Basis der EG-Öko-Verordnung.
Es sollte für mehr Transparenz auf dem Bio-Markt sorgen und hat sich beim
Verbraucher durchgesetzt: 87 Prozent der Deutschen kennen mittlerweile die
sechseckige grüne Bio-„Wabe“.
Im Dezember 2005 legte die EU-Kommission einen Vorschlag für eine neue EG-Öko-Verordnung vor.
Ziel war es, Grundsatzfragen des Ökolandbaus zu klären und die Bestimmungen der Verordnung an
die veränderten Bedingungen auf dem europäischen Binnenmarkt anzupassen. Der Vorschlag der Kommission
wurde EU-weit und insbesondere in Deutschland heftig diskutiert. Unter Berücksichtigung verschiedener
Änderungsvorschläge tritt die novellierte Öko-Verordnung 2009 in Kraft.
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